Warum ich heute bewusster einkaufe als früher – und was sich dadurch verändert hat

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Früher habe ich eingekauft wie viele andere auch.
Hauptsache praktisch, schnell verfügbar und möglichst unkompliziert. Was gerade verfügbar war oder gut aussah, landete im Einkaufskorb. Woher ein Lebensmittel kam, wann es geerntet wurde oder welchen Weg es bereits hinter sich hatte, spielte oft eine untergeordnete Rolle.


Heute schaue ich genauer hin.


Nicht, weil ich plötzlich alles über Ernährung weiss oder alles perfekt mache. Sondern weil viele kleine Erfahrungen meinen Blick auf Lebensmittel verändert haben.


Der Auslöser dafür war meine Tochter. Durch ihre Allergien begann ich mich intensiver mit Lebensmitteln zu beschäftigen.    Ich wollte verstehen, was wir täglich essen, woher unsere Lebensmittel kommen, wie sie verarbeitet werden und welche Zutaten in vielen Fertigprodukten überhaupt enthalten sind.
Je mehr ich mich mit diesen Fragen beschäftigte, desto schwieriger wurde es, einfach wegzuschauen.


Gleichzeitig war ich schon immer sehr naturverbunden. Ich hatte einen eigenen Garten, pflanzte Gemüse an und durfte bereits als Kind viel Zeit im grossen Schrebergarten meiner Grosseltern verbringen. Dort habe ich früh erlebt, wie frisch geerntetes Gemüse schmeckt und wie gross der Unterschied sein kann zwischen einer Tomate aus dem Garten und einer Tomate, die bereits eine lange Reise hinter sich hat.


Mit den Jahren kamen weitere Erfahrungen dazu. Ich begann mich intensiver mit Pflanzen, Heilpflanzen und Ernährung auseinanderzusetzen. Ich las, probierte aus, beobachtete und verbrachte unzählige Stunden draussen in der Natur.
Dabei wurde mir bewusst, wie weit wir uns teilweise von dem entfernt haben, was früher einmal selbstverständlich war.
Heute kaufe ich nicht perfekt ein. Aber ganz sicher bewusster.

Frisch geerntete Bohnen

Saison statt ständiger Verfügbarkeit

Wir leben in einer Zeit, in der fast alles jederzeit erhältlich ist.


Erdbeeren im Winter. Tomaten das ganze Jahr. Exotische Früchte aus weit entfernten Ländern. Alles ist verfügbar, schön präsentiert und schnell gekauft.


Das wirkt praktisch. Aber es hat auch seinen Preis.


Viele Früchte und Gemüse werden geerntet, bevor sie vollständig ausgereift sind. Nicht, weil uns jemand bewusst etwas Schlechtes verkaufen möchte, sondern weil Lebensmittel heute transportfähig, lagerfähig und jederzeit verfügbar sein müssen.
Sie müssen Verpackung, Kühlung, Lagerung und lange Wege überstehen. Teilweise reisen sie durch Europa oder sogar um die halbe Welt, bevor sie bei uns im Einkaufskorb landen. Was im Regal frisch aussieht, hat oft bereits viele Stationen hinter sich.


Für mich bedeutet saisonal einzukaufen deshalb keinen Verzicht. Im Gegenteil. Es bringt wieder mehr Rhythmus, Abwechslung und Wertschätzung auf den Teller.


Im Frühling freue ich mich auf die ersten Wildkräuter, Spargeln, Radieschen und frische Pflücksalate.


Im Sommer beginnt die Zeit der Beeren, Tomaten, Zucchetti, Gurken und Kräuter aus dem Garten.


Im Herbst freue ich mich auf Äpfel, Kürbis, Randen, Karotten und die vielen verschiedenen Kohlarten.


Und im Winter dürfen Lagergemüse, Wurzeln, Kohl und haltbar gemachte Vorräte ihren Auftritt haben.


Wenn ich heute einkaufe, frage ich mich viel öfter:


Was wächst eigentlich gerade bei uns?
Was frisch aussieht, ist nicht immer wirklich frisch.


Ein weiterer Punkt der mich beschäftigt: Ein Lebensmittel ist nicht automatisch nährstoffreich, nur weil es schön aussieht.
Eine glänzende Peperoni, eine rote Tomate oder eine perfekt geformte Erdbeere kann optisch frisch wirken. Trotzdem sagt das Aussehen allein wenig darüber aus, wann sie geerntet wurde, wie lange sie unterwegs war und wie viel Reifezeit sie wirklich hatte.
Gerade bei Früchten und Gemüse spielen Reifezeitpunkt, Bodenqualität, Lagerdauer und Transport eine grosse Rolle.
Wenn Lebensmittel sehr früh geerntet werden, müssen sie oft erst Transport, Lagerung, Kühlung und Verkauf überstehen. Sie können zwar nachreifen oder optisch schön aussehen, aber sie hatten nicht immer die volle Zeit, um Aroma, Reife und wertvolle Inhaltsstoffe am natürlichen Standort zu entwickeln.


Dazu kommt: Nach der Ernte beginnt ein natürlicher Abbauprozess. Je länger ein Lebensmittel unterwegs ist oder gelagert wird, desto eher können empfindliche Nährstoffe abnehmen. Das betrifft besonders sensible Vitamine wie Vitamin C, aber auch Geschmack, Duft, Frische und Saftigkeit verändern sich.


Genau deshalb sind für mich regionale und saisonale Lebensmittel so wertvoll.
Wenn Gemüse und Früchte in der Nähe wachsen, reifer geerntet werden und ohne lange Transportwege auf den Markt oder direkt in die Küche kommen, haben sie bessere Voraussetzungen für eine hohe Nährstoffdichte. Nährstoffe die unser Körper braucht.

Teste es doch mal für dich: Eine sonnengereifte Tomate direkt aus dem Garten schmeckt anders als eine Tomate, die grün geerntet, transportiert und erst später rot wurde.
Eine frische Erdbeere vom Feld hat eine andere Fülle als eine Erdbeere, die bereits lange unterwegs war.
Und Kräuter, die kurz vor dem Essen geschnitten werden, duften intensiver als Kräuter, die tagelang verpackt im Regal lagen.


Für mich geht es hier nicht darum, alles aus dem Supermarkt schlecht zu reden.
Aber ich finde, wir sollten wieder verstehen, dass Frische mehr bedeutet als ein schönes Aussehen.


Unser Körper lebt nicht von perfekten Farben, schönen Verpackungen oder ständiger Verfügbarkeit. Er braucht echte Lebensmittel, Reife, Vielfalt, Mineralstoffe, Vitamine, Bitterstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und lebendige Qualität.
Und genau deshalb macht es einen Unterschied, ob etwas zur Saison, in der Region und möglichst frisch geerntet wurde – oder ob es bereits eine lange Reise hinter sich hat.


Regional schlägt oft exotisch

Auch ich habe den Trend rund um exotische Superfoods eine Zeit lang mitgemacht. Goji-Beeren, Chiasamen und viele andere Produkte galten plötzlich als besonders wertvoll und gesund. Sie klangen spannend, modern und irgendwie besonders.
Heute sehe ich das deutlich differenzierter.


Denn je mehr ich mich mit heimischen Pflanzen beschäftigt habe, desto mehr wurde mir bewusst, welche Schätze direkt vor unserer Haustür wachsen.


Im Frühling begleiten uns Löwenzahn, Brennnesseln, Giersch oder Bärlauch.


Im Sommer wachsen Holunderblüten, Pfefferminze, Rotklee, Gänseblümchen und zahlreiche essbare Blüten.


Im Herbst folgen Holunderbeeren, Hagebutten, Schlehen und viele weitere Wildfrüchte.Viele dieser Pflanzen wurden über Generationen genutzt und gehören seit Jahrhunderten zu unserer Kultur.


Das bedeutet nicht, dass exotische Lebensmittel grundsätzlich schlecht sind. Aber ich finde, wir sollten genauer hinschauen, bevor wir viel Geld für Produkte aus der Ferne ausgeben, während wertvolle Pflanzen direkt vor unserer Haustür wachsen.
Sondern weil ich wieder näher an das herankommen möchte, was die Natur ursprünglich für uns vorgesehen hat.

Ich kaufe heute mehr Lebensmittel und weniger Produkte

Qualität beginnt nicht erst auf dem Teller.


Sie beginnt im Boden. Beim Anbau. Beim Erntezeitpunkt. Beim Umgang mit dem Lebensmittel.


Ich habe über die Jahre gelernt, dass Geschmack oft ein guter Hinweis auf Qualität ist.
Deshalb sind mir regionale Produzenten, der Wochenmarkt, der eigene Garten und Wildpflanzen heute so wichtig geworden.
Ich versuche heute, mehr Lebensmittel und weniger Produkte zu kaufen.


Für mich bedeutet das: Ich greife lieber zu Gemüse, Kräutern, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, hochwertigen Ölen und möglichst naturbelassenen Zutaten, statt zu stark verarbeiteten Produkten mit langen Zutatenlisten.
Denn viele Produkte, die uns als besonders gesund verkauft werden, sind bei genauerem Hinsehen oft weit entfernt von ihrer ursprünglichen Form.
Proteinriegel, Frühstücksprodukte, Fertigsaucen, Pflanzendrinks, Snacks oder vermeintlich gesunde Fertiggerichte klingen auf der Verpackung oft besser, als sie tatsächlich sind.
Da steht dann „natürlich“, „proteinreich“, „vegan“, „zuckerreduziert“ oder „mit Superfoods“. Aber wenn man die Zutatenliste liest, sieht man oft viele Zusätze, Aromen, Verdickungsmittel, Süssungsmittel oder stark verarbeitete Rohstoffe.
Das heisst nicht, dass alles davon schlecht ist.
Aber es heisst, dass ich genauer hinschaue.


Je näher ein Lebensmittel seiner ursprünglichen Form ist, desto wohler fühle ich mich damit.
Das bedeutet nicht, dass man alles selbst machen muss. Aber oft liegt die einfachste Lösung näher als gedacht.
Ein gutes Gemüse. Frische Kräuter. Ein Ei. Linsen. Nüsse. Ein hochwertiges Öl. Etwas Selbstgemachtes aus dem Garten.
Das ist nicht kompliziert. Eigentlich ist es sogar einfacher.

Wildpflanzen haben meinen Blick auf Ernährung verändert

Einer der grössten Wendepunkte waren für mich die Wildpflanzen.


Plötzlich sah ich nicht mehr nur Wiesen, Wegränder und Gartenhecken.
Ich begann Brennnesseln, Giersch, Vogelmiere, Löwenzahn und Gundermann wahrzunehmen.
Pflanzen, die viele Menschen als Unkraut betrachten, gehören für mich heute zu den spannendsten Lebensmitteln überhaupt.


Nicht weil sie ein Wundermittel sind.
Sondern weil sie uns zeigen, wie viel die Natur uns schenken kann, wenn wir wieder genauer hinschauen.
Wildpflanzen sind ursprünglich, kraftvoll im Geschmack und oft reich an Bitterstoffen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Genau diese Stoffe fehlen in unserer modernen Ernährung häufig, weil vieles milder, süsser, haltbarer und bequemer geworden ist.


Eine Handvoll frische Wildkräuter im Salat, ein selbst gemachtes Kräutersalz oder etwas Brennnesselpulver über dem Mittagessen sind kleine Veränderungen, die sich erstaunlich einfach in den Alltag integrieren lassen.
Für mich ist das kein Trend.
Es ist eine Rückverbindung zu etwas, das eigentlich immer da war.

Mein Einkauf muss nicht perfekt sein

Manchmal entsteht der Eindruck, man müsse alles richtig machen.


Regional. Saisonal. Bio. Selbst gemacht. Plastikfrei. Direkt vom Hof. Möglichst unverarbeitet.
Die Realität sieht oft anders aus.


Auch bei mir landet nicht immer alles perfekt im Einkaufskorb. Und das ist völlig in Ordnung.
Für mich geht es nicht darum, jede Entscheidung zu optimieren.
Es geht darum, bewusstere Entscheidungen zu treffen und die Richtung zu verändern.


Vielleicht kauft man diese Woche einmal mehr saisonales Gemüse.
Vielleicht geht man am Samstag auf den Markt.
Vielleicht liest man bei einem Produkt die Zutatenliste genauer.
Vielleicht sammelt man im Frühling eine Handvoll Brennnesseln für die Küche.

Fazit: Zurück zu dem, was uns die Natur schenkt

Je mehr ich mich mit Heilpflanzen, Ernährung und Natur beschäftige, desto weniger suche ich nach dem nächsten Trend oder dem nächsten Wundermittel.


Stattdessen richte ich meinen Blick auf das, was direkt vor unserer Haustür wächst.


Saisonale Lebensmittel, regionale Produkte und heimische Wildpflanzen sind für mich keine Modeerscheinung.
Sie sind eine Möglichkeit, wieder bewusster zu leben, die Natur neu wahrzunehmen und ihr einen festen Platz in unserem Alltag zu geben.


Vielleicht beginnt dieser Weg nicht mit einer grossen Veränderung.
Vielleicht beginnt er bereits beim nächsten Einkauf.

Möchtest du tiefer eintauchen?

Wenn du dich für Wildpflanzen, Heilkräuter, saisonale Ernährung und die Schätze direkt vor unserer Haustür interessierst, begleite ich dich gerne ein Stück auf diesem Weg.


In meinen Workshops im Atelier Wilde Natur zeige ich praxisnah, wie du Heilpflanzen erkennen, sammeln und im Alltag nutzen kannst.


Auf Instagram teile ich regelmässig Tipps, Inspirationen und Einblicke aus der Welt der Wildpflanzen und Naturheilkunde.


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Ich freue mich, wenn wir in Verbindung bleiben.

Alles Liebe
Simone

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